Donnerstag, 16. Juli 2009

"Zu Beginn des 20. Jahrhunderts konnten Sechzigjährige in Mitteleuropa noch dreizehn bis vierzehn Jahre, heute können sie noch etwa zwei Dutzend weitere Lebensjahre erwarten. Die Menschen werden aber nicht bloss älter; sie bleiben auch länger frisch: sowohl körperlich als auch geistig, zusätzlich in emotionaler und sozialer Hinsicht. Dagegen wachsen wenige Kinder und Jugendliche nach. Nicht bei der angeblichen Überalterung liegt das Hauptproblem, sondern bei der «Unterjüngung». Schon heute leben in Europa mehr Menschen, die über sechzig, als Menschen, die unter fünfzehn Jahre alt sind. [...]

Schliesslich ist die erst im 20. Jahrhundert erfolgte strenge Trennung zwischen Erwerbsphase und Ruhestand aufzugeben. Sinnvoller ist es, die folgenden drei Dinge nicht jeweils einer Lebensphase exklusiv zuzuordnen: das Lernen der Jugend, die Musse dem Alter und das Arbeiten der Zeit dazwischen. Das mittlere Lebensalter ist vielmehr verstärkt für Bildungs- und Familientätigkeit und das anschliessende Lebensalter für Erwerbsarbeit zu öffnen."
16.7.09 16:19
 
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